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12. April 08 Kroatien, Serbien und Rumänien

Die paar Tage, die wir durch Italien fahren sind höchst anstrengend, kaum kommen wir aus dem besiedelten Gebiet hinaus. Es scheint uns als sei alles nur eine Stadt, die entlang der Strasse gebaut wurde. Um einen geeigneten Übernachtungsplatz zu suchen wird von uns viel Fantasie und Geduld abverlangt. Doch irgendwie schaffen wir es immer ein ruhiges Plätzchen für die Nachtruhe zu finden.
Die Grenze zu Slowenien ist schnell passiert und noch am gleichen Tag fahren wir weiter nach Kroatien. Auch an dieser Grenze geht alles sehr schnell von statten, ein kurzer Blick vom Grenzbeamten in unsere Pässe und alles ist ok, unsere beiden Hunde interessiert keiner. Endlich, endlich kommen wir wieder in eine ländlichere Gegend, das Leben auf dem Land ist einfach viel gemütlicher.
An der Adria finden wir einen schönen Übernachtungsplatz direkt am Meer. Wir stehen neben einem riesigen, ich meine einen richtig riesigen Campingplatz der noch geschlossen ist. Im Sommer, wenn dieses Camping voll belegt mit Italienischen Touristen ist, möchte ich nicht hier sein.

Wir erleben Kroatien als sehr schönes Reiseland, ich kann mir durchaus vorstellen wieder einmal dort hin zu fahren um Urlaub zu machen.
Auf dem Weg zur Grenze zu Serbien, fahren wir durch weite Gebiete die links und rechts der Strasse noch immer Vermint sind. Wir müssen sogar über eine halbe Stunde bei einer Strassensperre warten weil das Gebiet vor uns von den Minen befreit wurde. Hei, wie lange ist der Krieg jetzt her? Kaum zuglauben dass es noch immer Minenfelder gibt. Wir sehen nun auch vermehrt Häuser die immer noch die Spuren von schweren Kämpfen mit harten Gewehrfeuern an den Fassaden tragen. Wir fahren auf einer neben Strasse durch ein kleines Tal wo ganze Dörfer einfach ausgelöscht wurden.
Die Spuren des Krieges gibt uns schwer zu denken, wie schön haben wir es doch in der Schweiz.
An der Grenze zu Serbien, das heisst, schon bei der Ausreise aus Kroatien und dann bei der Einreise zu Serbien wollen die Grenzbeamten die Papiere für die Hunde kontrollieren. Auch unsere Pässe und die Fahrzeugpapiere werden kontrolliert und die Daten aufgeschrieben.
Wir verlassen Serbien noch am selben Tag und fahren weiter nach Rumänien.

Die erste Nacht auf rumänischen Boden werde ich nicht so schnell wieder vergessen.
Wir fahren an diesem Sonntag in die rumänische Stadt Timisoara und da es uns dort sehr gefällt vergessen wir etwas die Zeit. So kommt es, wenn man träumt. Spät am Nachmittag verlassen wir die Stadt und fahren weiter. Noch bevor wir die Stadt verlassen, überlegen wir uns ob wir nicht besser auf den Campingplatz, den es in der Stadt gibt fahren sollen. Doch nein, wir entscheiden uns für das wilde Übernachten. Nun geht das suchen los, und langsam wird es dunkel. Endlich finden wir ein Feldweg, der zu einem Wäldchen führ und die Barriere, die es hatte stand auch noch offen. Es schien wie geschaffen für uns. Wir fuhren also zu diesem Wald hinauf und folgen dem Weg in den Wald hinein und fanden schon bald einen Platz für die Nacht. Kaum war der Motor ausgemacht, kam schon ein Fahrzeug zu uns angefahren. Es sassen zwei Männer drin, langsam gingen die Türen auf und die beiden Männer stiegen aus. Einer hängte sich ein Gewehr um und sie kamen langsam näher. Nun wurde es mir schon ein wenig mulmig zumute, standen wir doch da mitten im Walde und bewaffnete Männer kommen auf uns zu. Doch alles war halb so schlimm, wie es schien, die Männer wollten nur nicht. dass wir in diesem Wald übernachten würden. Die hatten wahrscheinlich mehr Angst von uns als wir von ihnen.
So wurde das also nichts mit dem schönen Übernachtungsplatz, im Dunkeln (machen wir sonst nie) mussten wir jetzt noch einen neuen Platz suchen.

Nun sind wir schon fast eine Woche in Rumänien sahen viele schöne und auch nicht so schöne Dinge in diesem Land. Zwei Tage verbrachten wir an einem Fluss und zwei Tage auf einer sehr schönen Alp, von wo aus wir interessante Wanderungen machen konnten.

Der Herdenschutz funktioniert
Wir übernachteten an einem kleinen Bach am Wegrand zu einer grossen Schafherde. Am morgen gehen wir auf unseren obligatorischen Spaziergang mit den Hunden. Schon bald sehen wir zwischen den Bäumen eine Schafherde vor uns. Kurz beraten wir zusammen, ob da vielleicht Herdenschutzhunde dabei sein könnten, bis jetzt hatten wir noch selten die grossen Schutzhunde bei den Herden die herumziehen gesehen, meistens waren die Schutzhunde bei den Ställen oder Gehegen, die die Herden für die Nacht aufsuchen, an einer Kette angebunden. Mir scheint es als sehe ich bei dieser Herde nur Schafe und der Schäfer. Also gehen wir weiter auf die Herde zu, da plötzlich, ein dumpfes Bellen. Das kann kaum von einem kleinen Hund kommen, und schon sehen wir den Schutzhund. Mir scheint, als ob es noch ein junges Tier ist, und mache mir noch nicht viel draus. Doch da, war da nicht noch ein anderes Bellen? Hei da kommen ja vier Herdenschutzhunde auf uns zu gelaufen und die nehmen ihre Arbeit aber sehr ernst. Nun machen wir, mit unseren zwei Hunden, eine Kehrtwendung. Nur weg von der Herde, die Hunde verfolgen uns greifen uns aber nicht an. Aschi bleibt etwas zurück ich gehe mit Aisha und Bobby voraus um unsere Hunde in Sicherheit zu bringen. Mit Herdenschutzhunden möchte ich nicht testen, wie gut unsere Hunde sozialisiert sind.

Das war wirklich Herdenschutz, wie er sein sollte.

 

Kroatien, Spuren des Krieges

 

Timisoara, Rumänien

Alphütte in den Karpaten, Rumänien