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Ulan-Bator ist schon ganz schwer verdaulich. Nach dem ruhigen Überlandfahren, wohl auf sehr schlechten Pisten, könnte man meinen auf den Strassen von Ulan-Bator herrscht Krieg. Man kommt kaum vorwärts alle Strassen sind verstopft und es wird gedrängelt und gedrückt. Die Hauptstädter sind sehr aggressive Autofahrer.
Wir fahren oder besser gesagt drängeln uns zum Gebäude der Behörde die die Visaverlängerung ausstellt durch. Wir schaffen es noch vor der Mittagspause den Antrag zu stellen. In fünf Tagen können wir unsere Pässe wieder abholen.
Wir verbringen etwas Zeit in der Stadt und fahren dann einige Tage in den Osten der Mongolei. Auch der Osten gefällt uns sehr gut.
Wieder zurück in Ulan- Bator machen wir uns fit für die Weiterreise in die Gobi. Das Visum wurde ohne Probleme verlängert, eigentlich sollte man sich, wenn man das Visum verlängern will, innert sieben Tagen in Ulan-Bator registrieren lassen. Wir kamen aber erst viel später in Ulan- Bator an, doch das spielte keine Rolle wir wurden Registriert und das Visum wurde auch ohne wenn und aber verlängert. Scheint so als wollen die Mongolen die Touristen wirklich.

 

 


Wenn man den Fluss unterschätzt……..
Ulan Bator, am Fluss wo wir übernachteten. Die City Sliker konnten den Landcruiser nicht bergen. Aschi zog den Toyota mit dem Bucher aus dem Wasser.

Wir verlassen Ulan-Bator und fahren in den Süden. Unser erstes Ziel ist die Eisschlucht
Yolin Am. Fast das ganze Jahr hindurch soll in dieser Schlucht, die in der Wüste Gobi liegt, Eis sein. Doch leider, in dieser Jahreszeit, in der wir die Schlucht besuchen, gibt es kein Eis mehr. Wir befinden uns seit einigen Tagen in der Wüste Gobi und trotz den harten Bedingungen sehen wir immer wieder Nomaden die mit ihren Gers (Nomadenzelte) und riesigen Schaf-Ziegenherden umherziehen. Oft stellen wir uns die Frage, von was diese Menschen und Tiere leben. Das einzige Fortbewegungsmittel dass sie meist haben ist, ein Motorrad oder das Pferd. Ach ja, bevor ich es vergesse, über die Motorradfahrer der Mongolei wollte ich noch etwas schreiben. Siehe unten.

Gobi


Motorradfahrer
Die Mongolen sind die Off-Road-Motorradfahrer schlecht hin. Wir haben sie auf zu geschneiten Pässen von über 2000 m.ü.M. gesehen mit Frau und Kindern hinten drauf, auf steinigen Pisten, im Sand einfach überall. Sie haben keine andere Wahl, das Motorrad ist das einzige Fortbewegungsmittel dass sie haben. Da haben wir schon bis zu fünf Leute drauf gesehen, Vater, Mutter und zwei kleine Kinder und an Mutters Bauch angeschmiegt noch ein Baby. Ein Sturz könnt verheerende Folgen haben, das nächste Spital oder Doktor ist meistens hunderte von Kilometern entfernt. Wenn eine Ziege transportiert werden muss, kommt sie auch auf das Motorrad.
Wir kreuzten mit solchen die sich nur knapp vor einem Sturz retten konnten, sei es im Sand oder wegen einem grossen Stein und wenn sie an uns vorbei waren schauten sie noch, als sei nichts geschehen, nach uns um aber die Geschwindigkeit wurde nicht zurückgelassen. Wenn die Mongolen Motocrossmotorräder hätten, ich bin sicher, dass sie zu den Weltmeistern im Motocross gehören würden.
Wir fahren weiter zu den Sanddünen Kongorin Els. Eigentlich fahren wir nicht, wir holpern und rumpeln über die Wellblechpiste.
Die Dünen sind überwältigend, die Höchste ist über 300 m hoch. Wir besteigen die höchste Düne und dank dem starken Wind, bekommen wir ein gratis Sand- Peeling aus der Gobi. Haare und Ohren sind voller Sand, sogar unter der Kleidung ist alles voll.
Die Hunde finden es toll, beide rasen über die Dünen, Aischa findet es lustig die Dünen auf und ab zu flitzen.

Kongorin Els


Wir verlassen die Sandlantschaft und fahren über eine kaum befahrene Piste in den Norden. Manchmal stellt sich uns schon die Frage ob es nicht doch etwas leichtsinnig ist auf solchen Pisten alleine unterwegs zu sein. Wenn wir eine Panne hätten, könnte es Tage dauern, bis ein Fahrzeug vorbei kommt. Mit den Pisten ist es so eine Sache, Gute Karten von der Mongolei gibt es nicht, die meisten Pisten sind eh nicht drauf und Strassen gibt es nicht viele in der Mongolei. Dank dem GPS und nach Gefühl finden wir meistens die richtige Piste. Mit der Zeit bekommt man den Dreh raus und verlässt sich auch auf sein Gefühl. Wie schon gesagt meistens findet man die richtige Piste, dieses mal eben nicht und nach einem Umweg von fast einem ganzen Tag fahren (durchschnitts Geschwindigkeit 20 khm) , finden wir doch noch die richtige Piste und kommen wieder auf eine mehr befahrene holper Piste.
Wir fahren nun in Richtung Bayanlig und Bayangov, südlich von Bayangov in einer Schlucht sollen laut Reiseführer alte Felszeichnungen sein. Wie man hinkommt wissen wir nicht, wir haben nur einen GPS Punkt, laut Reiseführer muss man einen Lokalen Guide mit Fahrer nehmen. Es ärgert uns immer wieder, wenn wir das in einem Reiseführer lesen, frage mich, für was man dann überhaupt einen Reiseführer kauft. Im LonelyPlanet hat es wenigstens brauchbare Stadtpläne darin, doch der Reise Know How………ist eine Katastrophe.
Auf der Reise Know How Karte ist die Schlucht auf der Südseite der Bergkette eingezeichnet, also fahren wir durch eine Schlucht auf die Südseite der Bergkette. Fahren den Bergen entlang, bis wir mit den einzigen GPS Daten die wir haben ungefähr auf derselben Höhe sind. Wir fahren in die Berge hinein folgen einem Fluss lauf, kommen dem GPS Punkt immer näher. Doch eine richtige Fahrspur gibt es nicht, wir fahren im trockenen Flussbett. Als ein Weiterkommen für den Bucher unmöglich wird, gehen wir zu Fuss weiter. Der Punkt ist immer noch 1 km von uns entfernt. Ist ja nicht weit, denken wir, wir steigen immer höher den Berg hinauf doch der Punkt kommt nicht wirklich näher. Am Ende stehen wir auf dem Berg sehen auf die Nordseite der Bergkette hinunter und sehen die Schlucht, in die wir eigentlich wollten. Man sieht sogar eine Fahrspur, die in die Schlucht hinein führt. Wieder einmal mehr können wir über die Reiseführer ganz besonders über den Reise Know How samt Karte fluchen. Haben wir schon oft gemacht und werden wir auch noch mehr. Schon in Zentralasien waren diese Karten nicht zu gebrauchen.
Wir fahren wieder zurück auf die Nordseite und finden dann auch die richtige Fahrspur, die in die Schlucht hineinführt. Einige Kilometer fahren wir in die Berge hinein und finden dann auch die Felszeichnungen ( Petroglyphen ).
Überall um uns herum sind die Felswände bemalt, man sieht Jagdszenen und aller möglichen Tiere. Der Anfahrtsweg hat sich gelohnt. Wir beschliessen die Nacht an dieser Stelle zu verbringen und uns am Morgen die Zeichnungen noch einmal genauer anzusehen.
 


Wir richten uns für die Nacht ein, wollen gerade das Abendessen kochen, da kommt ein Mongole auf dem Motorrad angefahren, etwas später trifft auch sein grosser Hund ein. Er stellt sein Gefährt neben uns hin und kommt uns begutachten. Aschi denkt wenn er ihm alles zeigt, hat er es dann mal gesehen und lässt uns wieder in Ruhe. Er zeigt im auch den Innenraum des Wagens. Als er alles gesehen hat, hat er doch noch nicht alles gesehen, immer wieder streckt er den Kopf in die Fahrerkabine trotz unserer Hunde, die  jedes Mal verrückt spielen. Alles ignorieren hilft nichts er klebt an uns wie eine Klette. Nicht mal um die Blase zu entleeren geht er von uns weg. Er geht ein paar Schritte von Wagen weg dreht sich um und entleert sich. Nach dem wir in eine ganze Weile ignorieren, drückt ihn wohl noch etwas mehr als die Blase, Nummer 2 meldet sich, wenn ihr versteht, was ich meine. Jetzt geht er doch etwas weiter vom Wagen weg, hinter dem nächsten grösseren Stein lässt er seine Hosen runter und sche…t hinter den Stein. Er zieht die Hosen wieder rauf, und die Entdeckungs-Tour an unserem Wagen kann weitergehen. Die Mongolen sehen nicht nur mit den Augen, man sieht auch mit den Händen und alles wird angefasst. Alles gut und recht, doch wir wollten eigentlich dort übernachten, das ist uns vergangen. Wir packen zusammen und fahren dem Lästling davon.
Am nächsten Tag geht unsere Reise weiter in Richtung Altaigebirge. Wir fahren durch riesige Wüstengebiete was wir eigentlich in diesem Teil der Mongolei nicht erwartet haben. Die Wege sind sehr schlecht, steinig und auch SEHR staubig, wir schaffen kaum mehr als 150 km im Tag. Die Gobi ist zwar sehr schön doch es hält uns nicht wirklich lange dort. So stehen wir etwas früher als geplant an der Grenze zu Russland. Wieder einmal mehr verbringen wir einen Tag an einer Grenze, wir schaffen es nicht vor der Mittagspause durch den russischen Zoll.

Auf dem Weg ins Altai

Kaum in Russland, hatten wir auch schon wieder Asphaltstrasse und wir kommen flott voran. Doch mit der guten Strasse gibt es auch mehr Verkehr, und die Russen fahren wie die Verrückten. Wir sind noch nicht mal einen ganzen Tag in Russland und fahren schon zu einem Unfall. Ein Wagen liegt auf dem Dach im Strassengraben, am Strassenrand liegt ein zugedeckter Körper.

 

Übernachtungsplatz im russischen Altai