Nun war es wieder
einmal soweit, wir standen am Beginn unserer nächsten, grossen
Reise. Wir entschlossen uns den Puch bereits in der Schweiz in einen
Container zu packen. Dann wurde der Container per LKW nach Basel
geführt, wo er dann auf ein Rhein-Cargoschiff verfrachtet wurde.
In Rotterdam erreichte der Container dann den Frachter der ihn nach
Montreal überführte.
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Am 18. Mai 2000
bestiegen wir in Kloten den Swissairflug nach Montreal. Wir hätten
nie gedacht, dass es das letzte Mal sein würde dass wir mit
Swissair fliegen.
Da der Puch erst
am 26. Mai ankam, hatten wir genügend Zeit uns ausgiebig in
Montreal umzusehen.
Die Tage vergingen wie im Flug und schon bald konnten wir den Puch
am Hafen von Montreal abholen.
Wir hatten Glück, denn der Frachter kam pünktlich am 26.
Mai in an. Morgens um 9Uhr standen wir am Hafen. Wir mussten noch
auf den Inspektor vom Agrikulturamt warten. Der Beamte musste unser
Wagen auf Verschmutzungen kontrollieren und erst als er den Puch
freigab, konnten wir den Hafen verlassen.
Überglücklich den Bub (Puch) wieder zu haben konnte die
grosse Reise beginnen.
Unser erstes Ziel war Boston, weil Aschi dort noch für zwei
Wochen arbeiten musste. In diesen zwei Wochen genoss ich das Hotelleben
und erkundete Boston ausgiebig. Boston wird immer eine meiner Lieblingsstädte
bleiben.
Am Samstag 10. Juni verliessen
wir Boston und somit auch wieder einmal das bequeme Leben in den
Häusern mit all den Annehmlichkeiten.
All die Leute die immer etwas zu jammern haben oder stets unzufrieden
sind, sollten vielleicht einige Zeit ohne den ganzen Luxus leben.
Denn schon bald bemerkt man wie gut es uns geht. Es ist aber auch
erschreckend zu sehen wie abhängig wir doch sind.
Wir fuhren wieder in den Norden.
Unser Plan war es nach Canada zu fahren und so weit nördlich
wie möglich in den Westen zu gelangen. Bei den Niagara Fällen
überquerten wir die Grenze zu Canada. Die Wasserfälle
hatten wir schon früher ein paar Mal besucht. Trotz strömendem
Regen sahen wir uns dieses Naturspektakel noch einmal an.
In stark besiedelten Osten der USA hatten wir es sehr schwer, gute
Übernachtungsplätze zu finden. Wir waren oft gezwungen
auf Campingplätze, auf denen ich mich nicht sehr wohl fühlte
zu gehen. Doch im Norden von Canada konnten wir das freie kampieren
wieder voll geniessen.
An einem kleinen See im Norden von Ontario verbrachten wir einige
Zeit. An einem so schönen ruhigen Platz mussten wir einfach
bleiben. Wir konnten die Biberfamilie, die diesen See ihr Eigen
nannte, sehr gut beobachten.
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Da ich damals noch
regelmässig joggte, machte ich mich am Morgen auf um etwas
zu laufen. Doch kaum war ich unterwegs kam mir schon ein Truck entgegen.
Als der Truck näher kam bemerkte ich dass er das Tempo stark
verringerte und dann auch noch aus dem Fenster winkte. Das kann
doch nicht wahr sein, dachte ich mir, jetzt sind wir irgendwo in
der Wildnis und jetzt werde ich doch tatsächlich belästigt.
Nun winkte der Fahre immer energischer, ich sah mich schon nach
einem Fluchtweg um. Als der Truck neben mir anhielt, joggte ich
einfach weiter. Doch der Mann rufte mir etwas zu und als er bemerkte
dass ich einfach weiter ging, stieg er aus dem Laster aus. Was soll
das ganze, dachte ich. Da hörte ich, dass er etwas von einem
Bären sagte. Dann wurde mir alles klar und ich lief zum Truck
hin. Der Mann war ganz ausser sich und er sagte mir, dass er vor
der Kurve einen Bären gesehen hatte. Er wollte mich nur warnen.
Ob ich nun weiter laufen wolle sei meine Sache.
Ich liebe die wilden Tiere sehr und einen Bären hätte
ich liebend gerne gesehen, aber nicht unbedingt wenn ich am joggen
bin. Also machte ich kehrt und lief noch etwas schneller als sonst.
Nun, ob der Trucker einen Spass mit mir machte oder ob er wirklich
einen Bären gesehen hatte werde ich nie wissen. Wenn es ein
Spass war, hoffe ich doch sehr, dass er ausgiebig lachen konnte,
denn nichts ist so wichtig wie Lachen.
Zu früh verliessen
wir diesen Platz, aber wir hatten noch einen weiten Weg bis nach
Alaska. Schon bald fanden wir wieder einen schönen Platz, wo
wir einfach verweilen mussten. Diesmal war es nicht an einem See,
sondern an einem schönen Fluss der über mehrere Steinstufen
floss. Wir hatten ein volles Programm. Erst wurde Holz gesammelt,
denn wir wollte in unserem Gusseisentopf den wir in Australien gekauft
hatte, Brot backen und dazu brauchte es gute Glut. Dann bekam der
Puch auch noch etwas Zuwendung. Wenn man auf sein Wagen angewiesen
ist wie wir ist es besser, wenn man ihn nicht vernachlässigt.
Nach diesen schönen Tagen, auch das Wetter spielte mit, gab
es wieder ein paar Tage die aus fahren bestanden.
Am Lake Superior fanden wir durch
Zufall ein alter, halb zugewachsener Weg der zu einer schönen
Bucht führte. Das war der ideale Platz um die Nacht zu verbringen.
Wieder einmal hatten wir ein kleines Juwel unserer Erde gefunden.
Auf dem Highway 17 fuhren wir von
Ontario nach Manitoba. Die Landschaft veränderte sich immer
mehr. Jetzt fuhren wir durch Farmland und die Wälder verschwanden
immer wie mehr. Unser Ziel war der Riding Mountain Nationalpark
wo wir wieder im Wald verschwanden. Am Lake Audy schlugen wir unser
Lager auf (natürlich auf dem Campingplatz. In den N.P kann
man nur auf den Campingplätzen kampieren). Schon auf der Fahrt
zum Lake Audy konnten wir eine Elchkuh mit ihren zweiKälbern
beobachten. Wie schön es doch ist diese Tiere in Freiheit zu
sehen. Freiheit ist das wertvollste im Leben.
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Wir unternahmen eine Wanderung
ins Grasshopper Valley. Am nächsten Tag verliessen wir den
Nationalpark im Norden und im kleinen Provinzstädtchen Dauphin
machten wir einen Grosseinkauf. Weiter fuhren wir auf dem Highway
5 in den Westen und nach 29 Kilometer gings auf dem 366 in den Norden
durch den Duck Mountain Provinzel Park. Immer noch in Richtung Norden
fuhren wir nach Flin Flon, dann ging es gegen Westen. Wir durchfuhren
die schönsten Landschaften von Canada. Unser nächstes
Ziel war Clarence Steepbank Lakes Provinze Wilderness Park. Der
Park, so schien es uns, wurde nur selten von Menschen besucht und
wir waren die erste Nacht auch ganz alleine.
Am Morgen wurden wir vom Gesang der Vögel geweckt. Es gibt
nichts schöneres als so zu erwachen. Wir liessen den Tag ruhig
angehen, frühstücken im Freien und die Stille geniessen,
kein Strassenlärm und auch kein Fluglärm, einfach Natur
pur.
Leider bekamen wir in der zweiten Nacht Nachbarn die es liebten
die ganze Nacht hindurch laute Musik zu hören. Ich habe mich
schon oft gefragt, weshalb Leute so weit in die Wildnis fahren um
dann laute Musik zu hören. Nun so ist es halt nun einmal mit
den Menschen, jeder hat seine eigenen Gewohnheiten.
Nach dieser musikreichen Nacht
packten wir unsere Sachen zusammen und verliessen diesen schönen
Ort. Weiter ging es in den Prince Albert N.P. Dort unternahmen wir
einige Wanderungen wo wir unter anderem Wapiti-Hirsche sahen. Zum
Übernachten verliessen wir den Park und suchten uns im Freien
einen Platz.
Nun hatten wir
wieder ein paar Fahrtage. Wir fuhren auf der 55 durch Meadow Lake
und weiter nach Alberta. Immer noch auf der 55 fuhren wir bis Iron
River dort wollten wir die Nacht verbringen. Es war der 01.07.2000
Canadaday also ein Feiertag für die Canadier. In der Nähe
von Iron River hat es einen kleinen See wo wir gut kampieren konnte.
Doch das ganze Dorf befand sich dort und so wie es aussah, feierten
die Leute den Landesgeburtstag im Freien. Es gab Hamburger und weiss
nicht was alles zu essen. Es wurde auch Baseball gespielt. Wir kamen
schnell mit den Leuten ins Gespräch uns es stellte sich heraus
dass die meisten von ihnen ukrainische Abstammung hatten. Sie schenkten
uns Fische die, die Knaben aus dem See gezogen hatten. Am frühen
Abend gingen die Leute wieder nach Hause und es kehrte Ruhe ein.
Am Morgen vertrieb uns das schlechte Wetter und wir fuhren weiter
auf der 55 in den Westen bis nach High Prairie. Dann folgten wir
der 2 nach Norden bis nach Peace River.
Kurzer Hand entschlossen wir uns nach Yellowknife zu reisen. Wir
nahmen einen grossen Umweg in Kauf.
Doch immer wenn wir auf die Karte sahen, fragten wir uns wie es
wohl dort im hohen Norden vom Northwest Territories sein möge.
Wer schon einmal so gereist ist
wie wir, kennt sicher das Gefühl wissen zu müssen, wie
ein Ort den man auf der Karte sieht in Wirklichkeit aussieht. Dieses
Gefühl ist unmöglich zu beschreiben, es ist ein kribbeln
in der Magengegend, ein mächtiges Fernweh, man wird vom Reisevirus
befallen.
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Also machten wir uns auf den langen
Weg ins Northwest Territories. Wir fuhren auf der 35,
dem Mackenzie Highway weiter. Kurz vor High Level sahen wir einen
Bär der sich an einem Abfalleimer zu schaffen machte. Hier
im Bärenland sind die Abfalleimer zwar bärensicher aber
leider sind die Menschen zu faul den Abfall auch in die Eimer zu
werfen. Wer kennt nicht die traurigen Geschichten von Bären
die man wegen dem Müllproblem umsiedeln oder sogar umbringen
musste.
Je höher wir in den Norden kamen um so kürzer wurden die
Nächte aber auch um so zahlreicher wurden die Mücken.
Am 6. 7 2000 kamen
wir in Yellowknife an. Wir suchten uns einen Campingplatz, denn
wegen den Mücken war es unmöglich im Freien zu duschen
und wir hatten eine Dusche dringend nötig. Als wir wieder sauber
waren, erkundeten wir Yellowknife. Den Tag rundeten wir mit Kaffee
und Kuchen im berühmten Wildcat Cafe ab.
Am nächsten Morgen fuhren wir auf einer Minenstrasse an vielen
kleinen Seen vorbei in den Osten. Da wir uns in einer Sackgasse
befanden mussten wir denselben Weg wieder zurück fahren.
Die nächsten Tage verbrachten wir wieder mit fahren. Wir fuhren
in Richtung Westen und dann in den Süden nach Fort Nelson wo
wir auf den Alaskahighway trafen. In der Nähe von Summit Lake
unternahmen wir eine Wanderung in die umliegenden Berge.
Nun folgten wir für kurze
Zeit dem Alaska-Highway und kaum hatten wir Summit Lake hinter uns
gelassen, entdeckten wir einen interessanten Weg der in die Berge
führte. Wir können es einfach nicht lassen solche Wege
auszukundschaften. Also verliessen wir die Hauptstrasse und folgten
dem geheimnisvollen Weg. Wir waren noch nicht weit von der Strasse
entfernt, als am Wegrand eine grosse Tafel stand. Es war eine Karte
vom ganzen Gebiet darauf gemalt. Wir befanden uns auf Indianerland
und der Weg sollte uns zu einem Jagdcamp führen. Da es schon
bald Zeit war um ein Übernachtungsplatz zu suchen, wollten
wir zu diesem Camp fahren und dort die Nacht verbringen.
Doch erst mussten wir den Mac Donald Creek durchfahren. So wie das
immer ist mit den Flussüberquerungen sollte man den Fluss erst
zu Fuss abgehen um eine geeignete Fuhrt zu finden. Also wechselte
ich meine Birkenstöcke mit den Badeschuhen und machte mich
auf ins eiskalte, aber sehr klare Wasser. Das Wasser war knapp knietief
und auch die Strömung war nicht allzu stark. Für den Puch
war das kein Hindernis.
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Wir folgten weiter dem Weg in ein
kleines Tal hinauf und kamen schliesslich zu dem Camp das an einem
weiteren Fluss lag. Also schlugen wir unser Lager auf. Wir hatten
vor Brot zu backen. Auf dem amerikanischen Kontinent kriegt man
nicht so oft Brot, wie wir uns das gewohnt sind. Aschi machte sich
ans Feuerholz suchen und ich bereitete den Brot- und Zopfteig vor.
Am späten Nachmittag begann
es leicht zu regnen und wir dachten uns noch nicht viel dabei. Da
der Regen aber die ganze Nacht anhielt und es am Morgen immer noch
regnete, beschlossen wir diesen schönen Ort zu verlassen. Also
fuhren wir wieder zurück bis zum Mac Donald Creek. Aus dem
ruhigen, klaren Bach war in der Nacht ein reissender brauner Fluss
geworden. Nun standen wir da und wussten nicht recht was wir machen
wollten. Da wir in Australien manchen Fluss überqueren mussten
und einige davon auch recht happig waren, kamen wir zum Entschluss,
es zu versuchen. Kaum waren wir im Wasser, stieg das Wasser bereits
über die Haube. „Nur gut hatte Aschi Zuhause noch einen
Schnorchel montiert“ dachte ich. Doch dann bemerkte ich wie
die Strömung uns mitriss und der Puch abgetrieben wurde.
Aschi liess sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Er behielt den
Fuss auf dem Gaspedal was unsere Rettung war, denn im letzten Moment
erreichten wir das andere Ufer und der Puch hatte wieder festen
Boden unter den Rädern.
Später konnten wir es einfach nicht fassen wie dumm und leichtsinnig
wir gewesen waren. Wenn wir das Glück nicht auf unserer Seite
gehabt hätten, hätte das, das Ende unserer Reise sein
können.
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Weiter ging es dann wieder auf
dem Alaska-Highway wo wir, wie auf einer Autobahn, zwischen riesigen
Wohnmobilen fuhren. Es ist einfach unglaublich wie viele Amerikaner
mit ihren fahrenden Häusern im Sommer nach Alaska fahren.
Nun kam der Verkehr auch noch zum Stehen, weil ein Schwarzbär
auf der Strasse herum humpelte. Seine rechte Vorderpfote schien
gebrochen zu sein. Wahrscheinlich wurde der arme Kerl angefahren.
Kaum standen wir im Stau begannen die hinteren Wohnmobile zu überholen
und der Bär wurde fast noch einmal angefahren. Ich fragte mich
immer wieder warum der Bär nicht schon lange geflüchtet
war, vielleicht stand er unter Schock und wusste nicht wie ihm geschehen
war. Noch lange begleitete mich das Bild vom verletzten Bären.
Ob er es überstanden hat werde ich nie wissen.
Dieses Erlebnis gehört zu den vielen anderen Erlebnissen wo
ich das Ende nie kennen werde. Ich bin sicher es werden noch viele
dieser unbeendeten Geschichten folgen.
In Watson Lake
trafen wir auf ein deutsches Ehepaar das auch mit einem G unterwegs
war. Es ist immer sehr interessant wenn man gleichgesinnte trifft.
Natürlich gibt es immer sehr viel zu erzählen auch werden
wichtige Informationen ausgetauscht.
Peter und Monika luden uns in ihr kleines aber luxuriöses,
fahrendes Heim zum Tee ein.
Später mussten noch einige Einkäufe gemacht werden und
zu den berühmten Signposts. Es wurde zur Tradition, dass reisende
dort ein Schild mit Namen anbringen. Es gibt inzwischen unzählig
viele Schilder die sich aneinanderreihen. Wir brauchten eine ganze
Weile bis wir unser Schild, das wir 1992 auf unserer ersten Reise
dort anbrachten, gefunden hatten.
Unsere Reise ging auf dem Campell
Highway (ist aber eine Schotterpiste) weiter. Bei der Brücke
die über den Frances River führt schlugen wir unser Nachtlager
auf.
Bis nach Ross River fuhren wir auf dem Campell Highway, dann verliessen
wir den Highway und folgten der Canol Road in den Nordosten. Erst
mussten wir mit einer kleinen Fähre den Ross River überqueren
und dann ging es weiter auf einer Schotterpiste. An diesem Tag konnten
wir wieder Bären sehen. Einer flüchtete sofort vor uns,
ein anderer ging etwas vom Weg runter und stand auf die Hinterbeine
um uns besser zu beobachten. Als wir näher kamen verschwand
auch er im Busch.
Die Nacht verbrachten wir an einem kleine See. Aber wir konnten
uns nicht lange im Freien aufhalten, denn die Mücken und die
lästigen, kleinen, schwarzen Fliegen die in jede Öffnung
der Kleider krabbeln um dann einen furchtbar juckenden Biss zu hinterlassen,
schlugen uns in die Flucht.
Am Morgen fuhren wir weiter auf der Canol Road. Nun kamen wir langsam
in die Berge hinein. Die Gegend ist menschenleer, ab und zu sahen
wir eine Blockhütte am Wegrand. Wir entdeckten auch einige
alte Armeefahrzeuge aus dem zweiten Weltkrieg. In den Selwyn Mountains
folgen wir einem alten Mienenweg der uns noch weiter in die Berge
führt.
Das Wetter schlug uns wieder einmal in die Flucht. Wir hatten, da
wir uns in den Bergen befanden sogar etwas Schnee.
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Wieder in Ross River zurück
ging es auf der Canol Road weiter nach Whitehorse. Nach einigen
Besorgungen in Whitehorse besuchten wir die Takini Hot Springs,
die einige Kilometer ausserhalb der Stadt liegen und gönnten
uns ein ausgiebiges, heisses Bad.
Unsere Reise ging dann auf dem Kolonndike Highway in den Norden.
Unser nächstes Ziel war Dawson City wo wir einen Abstecher
in den berühmten Jack London Saloon machten.
In Dawson City hat man das Gefühl in die alte Goldgräberzeit
zurück versetzt zu sein. Die Häuser sehen aus wie in einem
Western. Die Strassen sind bis jetzt noch nicht geteert worden.
Die Bewohner des Städtchens wehren sich mit aller Kraft dagegen.
Am Abend verliessen wir Dawson und mit der Fähre überquerten
wir den mächtigen Yukon River. Nun ging es auf dem Top of the
World Highway. Diese Strasse wird ihrem Namen wirklich gerecht,
denn man fährt immer ganz oben auf dem Bergrücken und
hat eine sensationelle Aussicht.
An der Grenze zu Alaska staunten wir nicht schlecht als die Zöllnerin
wusste wie man das Carnet de Passage ausfüllen musste. Es schien,
dass öfters europäische Touristen mit Fahrzeugen aus Europa
dort vorbei kamen.
Auf der Alaska-Seite war der Weg nicht mehr
geteert. Doch die Landschaft war immer noch wunderschön.
Unser nächster längerer
Halt war im Wrangell-St. Elias Nationalpark.
In Tok fuhren wir in den Süden und nach 260km folgten wir einer
Schotterstrasse die uns zu den alten Mienenstädten McCarthy
und Kennicott führte.
Fahren kann man nur bis zum Kennicot River. Auf einer Fussgängerhängebrücke
kann man den Fluss überqueren und nach etwa zwei Kilometer
kommt man zu McCarthy. Um zur Miene zu gelangen, die etwa 8km weiter
bergaufwärts liegt, gibt es einen Kleinbus der regelmässig
fährt. Doch wir wollten den Weg zu Fuss erkunden Oben angelangt
ging die Wanderung noch etwas weiter. Wir folgten dem Rootgletscher
weiter bergaufwärts.
Wir blieben vier Tage in dieser Gegend, denn es gab so viel zu sehen
und das Wetter meinte es auch gut mit uns. Wir wurden schon oft
vor Bären gewarnt, die es da in grosser Zahl geben solle, aber
gesehen hatten wir bis jetzt noch keinen. Eines Abends als wir noch
einen Spaziergang zu McCarthy machten, lief etwa 200m vor uns ein
Schwarzbär über den Weg. Ich muss schon sagen, es ist
ein Unterschied ob man den Bären vom Wagen aus sieht oder wenn
man zu Fuss unterwegs ist. Doch der Bär fand kein Interesse
an uns, er ging gemütlich seinen Weg.
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Weiter ging die Reise nach Valdez.
Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis. Bei uns gilt immer „DER
WEG IST DAS ZIEL“. Wir gönnten uns ein richtiges „all
you can eat B.B.Q“
(iss so viel wie du kannst Grillfest) in einem Restaurant. Die Nacht
verbrachten wir an dem Platz wo einst die alte Stadt gestanden ist.
Am nächsten Morgen als wir
auf dem Weg in die Stadt waren, entdeckte ich in einem kleinen Bach
viele Lachse. Das wollten wir uns genauer ansehen und hielten an.
Plötzlich sah Aschi ein Bär im Bach stehen doch der Bär
schien gleichermassen verdutzt zu sein wie wir. Er verschwand jedoch
bald im Gebüsch.
Ich konnte es kaum glauben, schon wieder hatten wir ein Bär
gesehen.
Da uns das Wetter immer noch gut gesinnt war, entschlossen wir uns
kurzerhand eine Bootsfahrt im Golf von Alaska zu unternehmen. Nach
etwa vier Stunden erreichte das Schiff den Columbiagletscher der
sein Ende im Meer findet.
Die Nacht verbrachten wir am selben
Ort wie die Nacht zuvor, doch Meister Petz bekommen wir nicht zu
Gesicht. Auch am nächsten Morgen sahen wir keinen Bären.
Weiter ging es nach Anchorage. Schon auf unserer ersten Reise waren
wir von der Grösse dieser Stadt überrascht gewesen. Doch
jetzt schien die Stadt aus allen Nähten zu platzen. Wer eine
verschlafene, gemütliche Wildweststadt erwartet wird gewaltig
enttäuscht. Anchorage steht einer normalen Grossstadt der USA
in nichts nach.
Unser nächstes Ziel war Sevard
das 270km südlich von Anchorage liegt. Kaum hatten wir die
Stadt verlassen bereuten wir unsere Entscheidung in den Süden
zu fahren. Erstens war das Wetter miserabel und der Verkehr war
gewaltig und auch sehr schnell. Wir kamen mit unserem Puch kaum
vom Fleck. Bei jedem Ausstellplatz mussten wir anhalten, da wir
immer wieder eine lange Kolonne hinter uns hatten. Das wäre
eigentlich noch nicht so tragisch gewesen, aber in Alaska haben
die Menschen, wie in den anderen Staaten der USA, weder Zeit noch
Geduld. Oft wurden wir in halsbrecherischen Manöver überholt.
Was ist nur passiert mit Alaska? Die Menschen sind auch dort rastlos
geworden.
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Da es immerzu regnete, gab es keinen
längeren Aufenthalt in Sevard. Es schien, dass der Regen sich
an uns gehaftet hatte. In den nächsten Tage die wir noch in
Alaska verbrachten, war der Regen unser steter Begleiter. Wir unternahmen
trotz Regen eine kurze Wanderung aber im Regen wandern macht wirklich
keinen Spass.
Der Denali Nationalpark hatte sich
auch sehr verändert. Schon vor dem Parkeingang wimmelte es
von Touristen. Das wollten wir uns nicht antun und wir dachten uns,
dass es besser sei, wenn wir den Denali so in Erinnerung behalten
würden wie wir ihn 1992 erlebt hatten.
Ich erinnerte mich an das Buch von
Jon Krakauer „Into the Wild“ das ich Zuhause gelesen
hatte. Etwas Nördlich von Healy sollte der Trail der von Krakauer
beschrieben wird sein. Ich konnte es kaum fassen, wir fanden den
Weg. Getrieben vom Entdeckergeist bogen wir in den Stampede Trail
ein. Wir hatten keine Ahnung wie weit wir kommen würden und
ich konnte mich noch daran erinnern, da
ss ich etwas von einem reissenden Fluss den man überqueren
musste gelesen hatte. Unser Plan war es bis zu diesem Fluss zu gelangen.
Erst fuhren wir noch durch besiedeltes Land. Doch schon bald waren
keine Häuser mehr zu sehen und der Weg wurde auch zunehmend
schlechter. Glücklicherweise hatten wir wieder einmal gutes
Wetter, das jedoch nicht lange anhielt. Der nächste Morgen
war wieder grau, denn Nebel hing tief von den Bergen herunter. Auch
hatte es wieder zu regnen begonnen. Wir gaben aber nicht sogleich
auf und wir fuhren noch weiter nach Westen auf dem Stampede Trail.
Immer öfters mussten wir Schlammpassagen durchfahren, wir kamen
nur sehr langsam vorwärts und schon bald war ein Weiterkommen
undenkbar. Der Weg verschwand im Moor. Wir beschlossen unser Abenteuer
abzubrechen und wieder zurück auf die Hauptstrasse zu fahren.
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Weiter ging es dann nach Fairbanks
die zweit grösste Stadt von Alaska. Wir gönnten uns
wieder einmal eine heisse Dusche und einen Besuch im Kino. Das
Wetter wollte sich einfach nicht mehr bessern. Viele Alaskaner
versicherten uns, dass das der schlechteste Sommer seid 50 Jahren
sei. Doch für uns war das kein Trost, denn wir waren jetzt
dort und nicht in einem Jahr.
In Fairbanks beschlossen wir Alaska zu verlassen und noch einige
Zeit im Yukon zu verbringen. Etwas südlich von Tok in einem
Naturschutzgebiet fanden wir einen einsamen Campingplatz. Da sich
die Sonne wieder einmal gezeigt hatte, blieben wir ein paar Tage
dort.
In der ersten Nacht waren wir die einzigen Leute dort. Doch in
den nächsten Tagen kamen die interessantesten Leute zum kampieren.
Wir lernten richtige Alaskaner kennen und nun wussten wir, dass
es sie doch gibt die naturverbundenen Menschen Alaskas. Wir machten
Bekanntschaft mit einem deutschen Ehepaar, die wir noch heute
zu unseren Freunden zählen dürfen.
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Eine Begegnung werde ich aber
bestimmt nie vergessen. Als wir nach ein paar Tagen wieder alleine
auf dem Camping waren, wir sassen am Feuer und tranken Kaffe,
spazierte ein Luchs gemütlich an uns vorbei. Ich konnte es
nicht fassen, dass wir dieses wunderbare Tier sehen durften.
Als
uns das schlechte Wetter wieder einholte machten wir uns auf den
Weg in den Yukon. Am Kluanesee fanden wir einen schönen Platz
um die Nacht zu verbringen. Der nächste Tag bestand wieder
aus fahren.
Wir wollten einen Weg, der einige Kilometer östlich von Haines
Junction vom Alaska- Highway weg führte, auskundschaften. Wir
fuhren 100km in ein Tal hinein und am Ende des Weges kamen wir zum
Jagdcamp Aishihik. Doch das Camp war leer, wahrscheinlich war noch
nicht Jagdzeit.
Da wir auf der Hinfahrt ein paar kleine Seen passierten die uns
sehr gut gefallen hatten, beschlossen wir zu einem von diesen zurück
zu fahren und die Nacht zu verbringen. Da wir ziemlich früh
zum campen anhielten, hatte ich noch etwas Zeit zum joggen. Als
ich am laufen war, konnte ich wieder einen Luchs beobachten.
Später als wir gemütlich am Seeufer sassen, hörten
wir ein komisches Geräusch. Es hörte sich an wie ein dumpfes
Schnaufen und wir wussten lange nicht wo dieses Geräusch herkam.
Doch plötzlich entdeckte Aschi mitten im See einen Büffel.
Das Tier schwamm durch den ganzen See. Warum der Büffel nicht
um den kleinen See gelaufen ist war uns ein Rätsel. Wahrscheinlich
liebte er es zu schwimmen.
Leider wurde das
Wetter im Yukon auch nicht besser. Es war kalt und regnete viel,
also machten wir uns schon bald auf den Weg in den Süden.
Auf dem Cassiar Highway ging
es weiter bis nach Hyder.
Hyder ist ein guter Ort, um Bären
zu beobachtenl. Man kann miterleben wie die Bären Lachse fangen.
Solche Bilder kennt man sonst nur aus dem Fernseher.
Wir hielten uns eine Woche dort auf. Schon früh am Morgen standen
wir am Salmon Creek und warteten auf die Bären. Am ersten Tag
bekamen wir zwei Schwarzbären zu Gesicht. Doch an den nächsten
Tagen zeigten sich auf die Grizzlibären.
Es ist einfach unvorstellbar, wenn man bedenkt, dass diese wunderbaren
Tiere immer noch gejagt werden.
Unser nächster längerer
Halt war im Jasper Nationalpark. Trotz der Kälte und dem Schnee
liessen wir uns nicht davon abhalten eine Wanderung zum Angelgletscher
zu unternehmen.
zu den Bildern
Da uns bereits der
Winter im Nacken sass ging unsere Reise gegen Süden.
Wir überquerten auf der Transcanada (Strasse die durch ganz
Canada verläuft) die Rocky Mountains. Es ist eigentlich totaler
Wahnsinn wenn man bedenkt, dass eine solche grosse Strasse mitten
durch den Jasper Nationalpark verläuft. Die Zahl der überfahrenen
Tiere ist dementsprechend auch sehr hoch.
Auf der Ostseite der Rocky Mountains folgten wir der Forestry Trank
Road durch die schönsten Wälder der Rockys. Wir fanden
schöne Plätze zum bleiben und die Gegend zu geniessen.
Doch der Winter war uns dicht auf den Fersen.
Nach einem kurzen Besuch in Calgary überquerten wir wieder
die Rocky Mountains. Auf dem Highway 95 fuhren wir gegen Süden.
Wir wollten die Gegend um Golden B.C noch etwas erkunden. Doch nun
wurden die Nächte empfindlich kalt, das Thermometer sank unter
den Gefrierpunkt. Wir hatten Nächte mit –15° und
das Wasser im Aufbau war am Morgen gefroren. Wenigstens konnten
wir uns am Morgen in der Sonne etwas aufwärmen.
In einem Touristenbüro bekamen
wir Informationen über kleine heisse Quellen die etwas abseits
der Touristenpfade lagen.
Als erstes besuchten wir die Lussier Hotsprings. Die Quelle besteht
aus sechs kleinen Pools und die Temperatur des Wassers ist in jedem
Pool verschieden. Die Quelle befindet sich an einem Fluss und das
heisse Wasser fliesst, nachdem es durch die verschiedenen Pools
geflossen ist, in den Fluss.
Wir sassen so lange im heissen Wasser bis wir es nicht mehr aushalten
konnten, dann sprangen wir ins eisige Flusswasser. Dieses Spiel
wiederholte wir ein paar mal.
Die zweite Quelle (Ram Hotsprings) die wir besuchten bestand aus
zwei grossen Pools. Das Wasser war nicht so heiss wie bei den Lussier.
Das machte die Quelle jedoch mit der Aussicht, die man auf die umliegenden
Berge hatte, wieder wett.
Wir überquerten noch einmal
die kanadischen Rocky Mountains von West nach Ost. Dann verliessen
wir Canada. Unser nächstes Ziel war der Waterton Glacier International
Peace Park.
Das Wetter meinte es gut mit uns.
Die Nächte waren nicht mehr so eiskalt und am Tag schien die
Sonne. Wir fuhren in den Nordteil des Parks, zum Many Glacier Campingplatz.
In diesem Teil des Parks kann man im Herbst viele Bären sehen.
Schon am ersten Tag unseres Besuchs konnten wir Bären beobachten.
Am Abend machten wir einen Spaziergang, der etwas länger dauerte
als geplant, zum Lake Josephine
zu den Bildern
Am nächsten Morgen standen
wir sehr früh auf, denn wir wollten zum Swiftcurrent Pass wandern.
Zur Mittagszeit erreichten wir den Pass und konnten uns an einer
schönen Aussicht erfreuen. Beim Aufstieg zum Pass sahen wir
an der gegenüberliegenden Berghang einen grossen Grizzlybär.
Er beachtete uns überhaupt nicht, denn er war mit fressen beschäftigt.
Den Bären blieb nicht mehr viel Zeit um ihr Fettpolster anzulegen,
da der Winter vor der Türe stand.
Nach diesen schönen
Tage im Park ging die Reise weiter in den Westen. Wir fuhren durch
den Park und überquerten wieder die Rocky Mountains.
Nun war Jagdsaison, auf jedem schönen Platz den wir antrafen
tummelten sich die Jäger. Es ist ein Wunder, dass es in den
Wäldern von Idaho und Washington noch Tiere gibt.
Der Winter war
uns immer noch dicht auf den Fersen. Wir versuchten ihm zwar zu
entkommen. Da wir oft schöne Plätze zum verweilen fanden,
holte uns der Winter aber immer wieder ein.
Unser nächstes Ziel war der Mount Rainier Nationalpark. Wir
hatten das schönste Wetter, aber es war eiskalt. So hielten
wir uns nicht lange dort auf und fuhren weiter in den Süden.
Im Staat von Oregon. Wir verbrachten
die Nacht an einem kleinen See auf dem Campingplatz. Ausser den
Leuten die auf den Campingplatz aufpassten waren keine Leute dort.
Da wir am Abend zuvor spät angekommen waren, hatten wir den
Standplatz noch nicht bezahlt. Am Morgen, bevor wir wieder los fuhren,
gingen wir zum Campinghost um zu bezahlen. Aus einem kurzen „Hallo
wie geht’s und wo kommt ihr her“ wurde ein langes, interessantes
Gespräch. Es stellte sich heraus, dass das Paar eine Art Aussteiger
war. Ihnen wurde das Streben nach Reichtum und Karriere zu viel.
Sie verbrachten ihr Leben lieber in der Wildnis und in der Freiheit
ohne den Zwang alles besitzen zu müssen. Von einem alten Indianer
bekamen sie zwei junge Wölfe, richtige Wölfe. Sie erzählten
uns einiges über die Tiere. Es ist aber nicht ganz einfach
Wölfe zu halten. Man muss immer darauf acht geben, dass man
der Leitwolf bleibt.
Ich war ganz fasziniert von den Tieren. Die Hündin war recht
zutraulich und ich konnte sie sogar berühren. Sie sah mir,
mit ihren durchdringenden Augen, tief in die Augen. Ich hatte das
Gefühl, dass sie mir bis ins innerste meines Herzens sah. Noch
nie in meinem Leben hatte ich ein solches Gefühl.
Der Rüde war sehr misstrauisch. Er liess uns keinen Moment
aus den Augen, blieb aber immer auf einem sicheren Abstand.
Den ganzen Morgen verbrachten wir dort und redeten. Wir waren froh
solche Menschen und auch Tiere kennengelernt zu haben. Das sind
Leute die etwas zu erzählen haben, denn bei ihnen dreht sich
nicht nur alles ums Geld. Für sie ist es noch wichtig wer du
bist nicht was du bist und wieviel du hast. Solche Begegnungen sind
unvergessliche Begegnungen. Wir werden diese Leute wahrscheinlich
nie mehr sehen, aber vergessen werden wir sie nie.
Unsere Reise ging Richtung Süden
weiter. Nach einem kurzen Besuch im Crater Lake Nationalpark ging
es immer noch gegen den Süden. Wir verliessen Oregon und kamen
nach California. Wir fuhren an die Küste und folgten dem Highway
101 in den Süden.
Wir besuchten kurz San Francisco, dann fuhren wir in den Osten.
Unser Ziel war der Yosemite Nationalpark. Wir unternahmen eine Wanderung
zum North Dome. Auf der Tiogapassstrasse verliessen wir den Park.
Der nächste Stopp war am Mono Lake. Auf einem 4WD Track konnten
wir um den See fahren. Das gefiel uns natürlich besonders gut,
denn wir fanden sehr schöne Plätze zum verweilen.
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Weiter fuhren wir in Richtung des
Dead Valley. In Big Pine verliessen wir den Highway 395 dem wir
ab Mono Lake gefolgt waren. Unser Plan war es ins Saline Valley,
das sich an der Grenze zum Death Valley Nationalpark befindet, zu
fahren und von dort in den Park zu gelangen.
Doch bei der Kreuzung wo die Schotterstrasse
ins Saline Valley abgeht, standen wir vor einem gesperrten Weg.
Da es vor kurzer Zeit heftige Regenschauer gab, war der Weg weggespült
worden. Das stand wenigsten auf dem Sperrschild. Wir liessen uns
aber nicht davon abhalten uns die Sache selbst anzusehen. Wir umfuhren
die Strassensperre und folgten dem Weg. Auf der ganzen Strecke sahen
wir nie grosse Strassenschäden und die Fahrt in dieses Tal
möchten wir auf keinen Fall missen. Diese menschenleere Gegend
zog uns in ihren Bann. Wir befanden uns in der Wüste mit Sanddünen
und einen Salzsee. Es boten sich unzählige Plätze zum
kampieren und die Wüstenlandschaft zu geniessen.
Wir trafen auf zwei junge Amerikaner die mit einem Suzukijeep unterwegs
waren. Wir plauderten kurze Zeit mit ihnen. Dann fragte uns einer,
ob wir schon bei den heissen Quellen waren. Als wir ihnen sagten,
dass wir die Quellen nicht kennen würden, flippten sie fast
aus. „Was, ihr kennt die Quellen nicht! Da müsst ihr
unbedingt hin, das dürft ihr nicht verpassen.“ Die beiden
beschrieben uns den Weg dorthin und dann trennten sich unsere Wege
wieder.
Wir machten uns also auf den Weg zu den Quellen. Wieder trafen wir
auf ein Fahrzeug, wieder hielten wir um zu plaudern. Es war ein
Deutscher der nach Californien ausgewandert ist. Er erzählte
uns die Geschichte der heissen Quellen. Dort sollen noch ein paar
Leute aus der Hippiezeit leben und sie haben verschiedene Becken
zum Baden gebaut.
Als wir bei den Quellen ankamen begrüsste uns schon der erste
Hippie, natürlich nackt. Überall standen die Nackedeis
herum. Wir fühlten uns etwas fehl am Platz. Für die etwas
verklemmten Leute wie wir, gab es glücklicherweise einen kleinen
Pool der etwas ausserhalb der Anlage mit Palmen und grossen Wasserbecken
lag. Die Leute liessen uns auch in Ruhe, so konnten wir ein schön
heisses Bad geniessen.
Der Deutsche hatte uns einen Track
der über die Berge ins Death Valley führte beschrieben.
Er sagte uns auch, dass wir oben am Pass eine Badewanne, die mit
blauen Marmeln gefüllt sei, finden werden. Wir fanden das schon
ein wenig komisch, aber ansehen wollten wir es uns trotzdem.
In einem Flussbett fuhren wir in
die Berge hinauf. Ganze zwei Stunden fuhren wir in der Untersetzung,
dann erreichten wir die Badewanne. Siehe da, es war tatsächlich
so wie der Deutsche gesagt hatte. Eine Badewanne mit blauen Murmeln.
Wir fuhren über den Pass und suchten uns einen Platz zum Übernachten.
Am Morgen gab es wieder 4WD-len Aschi mussten den Puch sicher über
einige Felstreppen hinunter bringen. Wieder fuhren wir in einem
trockenen Flussbett. Am Mittag erreichten wir die Eureka Dünen
und somit befanden wir uns im Nationalpark.
Im Dead Valley Nationalpark gibt es viele 4WD-Tracks was uns natürlich
sehr zusagte. Wir hielten uns eine ganze weile im Park auf. Immer
wieder fanden wir eine interessante Schlucht in die wir fahren konnten.
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Weiter ging es dann nach Las Vegas.
Eigentlich lieben wir die Städte überhaupt nicht, doch
Vegas wollten wir uns schon ansehen. Es war auch ganz interessant
wie viel sich in den letzten acht Jahren verändert hatte. Als
wir vor acht Jahren dort waren, war es schon überwältigend
gewesen, aber nun war alles noch viel grösser und prunkvoller.
Wir setzten uns in den Kopf die Stadt oder besser gesagt den Strip
(Strasse mit den meisten Kasinos) zu Fuss zu erkunden. Wir liefen
uns die Füsse wund und hatten noch lange nicht alles gesehen.
Aber das was wir gesehen hatten genügte uns.
Unser nächstes Ziel war der
Grand Canyon. Wir wollten dieses Weltwunder aber etwas anders erleben
als die meisten Touristen. Wir erkundeten die Nordseite deren Wege
meist durch Public Land (öffentliches Land) führte.
In St. George, Utah verliessen wir den Highway. Nun ging es auf
Schotterpiste in den Süden bis wir zur Schlucht des Colorado
kamen. Unser erstes Ziel war Twin Point. Wir genossen die wunderbare
Aussicht in die Schlucht, deshalb beschlossen wir die Nacht dort
zu verbringen und wir konnten einen unvergesslichen Sonnenuntergang
erleben. Doch mit der Senkung der Sonne senkte sich auch die Temperatur.
Da wir uns auf etwa 1800m.ü.M befanden und der Winter vor der
Türe stand wurde es sehr kalt. Wir versuchten uns am Lagerfeuer
warm zu halten, doch die letzte Rettung war nur noch der warme Schlafsack.
Weiter sollte es eigentlich nach
Utah gehen, doch der Winter der uns einmal mehr eingeholt hatte
machte uns einen Strich durch die Rechnung.
Schade, denn ich hatte mich so sehr auf Utah gefreut.
In der nähe von Page am Glen Canyon verbrachten wir frierend
einige Tage. Ich kaufte mir sogar Mütze und Handschuhe. Da
wir auf Post warteten, konnten wir nicht eher in den Süden
fahren. Als die Post endlich angekommen war, konnte es weiter gehen.
Unser nächstes Ziel war Phoenix
Arizona. Wir besuchten Eva und Andreas das deutsche Paar das wir
in Alaska kennengelernt hatten. Mit offenen Armen wurden wir empfangen
und die beiden verwöhnten uns mit ihren guten Kochkünsten.
Weiter fuhren wir auf dem Highway 10 bis nach Qartzsite wo wir uns
dann nach Süden in den Kofa National Wildlife Refuge begaben.
Auf einer Schotterpiste erkundeten wir das Gebiet und konnten uns
auch an einer angenehmen Temperatur erfreuen.
Weiter fuhren wir in den Südosten von Arizona. Das Gebiet bietet
sehr vieles zum entdecken. Das Land ist relativ dünn besiedelt
und so findet man sehr schöne Plätze die zum verweilen
einladen. Im Chricahua Nationalmonument begaben wir uns auf eine
interessante Wanderung.
Die Gegend um Nogales mit den Eichenwälder, die in den Täler
sind und den gelb schimmernden Hügeln, war für uns auch
sehr interessant.
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